Tennis ist Kunst

Grußwort Koblenz Open:Tennis ist Kunst und war ihr immer auch sehr nahe!

Grußwort Koblenz Open:

Tennis ist Kunst und war ihr immer auch sehr nahe!

 

So verwundert es nicht, wenn Deichkind in Remmidemmi feststellten „Deine Eltern sind auf einem Tennisturnier, du machst eine Party, wie nett von dir“ oder wenn House of Pain in der Rap-Legende „jump around“ doppeldeutig sang “I'll serve your ass like John McEnroe“. Ich lasse es mal unübersetzt. Wenn sich die Kunst- und Musikszene nicht mehr für dich interessiert, dann bist du zu langweilig geworden, zu normal. Das ist dem Tennis leider passiert. Der Sport mag heute besser sein als zu McEnroes Zeiten, aber er inspiriert, lebt und provoziert nicht mehr in gleichem Maße. Zum Glück gibt es noch einige wenige Typen wie Federer und Nadal, aber wie lange noch? Ihre potentiellen Nachfolger sind zu klinisch rein, zu perfekt. Nicht ihre Schuld, sie wurden anders großgezogen, anders sozialisiert.
Als ich während meiner Jugend die Wochenenden mit Medenspielen und Partys verbrachte, da brannte die Luft und sie schmeckte leicht akademisch, etwas elitär aber auch frisch, lebendig und euphorisch. Und der Besitzer der Videothek um die Ecke legte sich eine leere Tennishülle auf die Ablage, weil er es lässig fand. Ah, ja! Der eigene Verein war the place to be, bloß nicht etwas verpassen.

Die Koblenz Open haben mir etwas von dem Geist zurückgebracht, den ich vermisst habe. Da lag etwas in der Luft, das ich so lange nicht mehr gespürt habe. Sich für den Sportler begeistern zu können, ganz ohne Ansehen von Weltranglistenplatzierung oder Bekanntheitsgrad, einfach nur weil er ne coole Sau ist (Entschuldigung) oder geiles Tennis spielt, das lob ich mir! Etwas back to the roots ist wohl nicht nur nach meinem Geschmack. Und siehe da, der 17-jährige Nicola Kuhn begeistert tausende beim Challenger in Braunschweig und das nicht nur mit seinem sensationellen Tennis. Wer erinnert sich noch an Bennys Ballwechsel des Turniers gegen Gabashvili? Gänsehaut pur, so war die Stimmung. Da geht also was und so ganz stimmt die Aussage mit der Musik ja auch nicht, denn wie sang

 

Lorde in 2013? Let's go down to the tennis court and talk it up like yeah.

Ich danke allen, die mitwirken, die Koblenz Open zu etwas besonderem zu machen. Danke an die Helfer, Sponsoren, Verbände, Spieler, Trainer, Zuschauer und Medien. Ich wünsche uns allen eine tolle Woche Koblenz Open und ein gesundes Jahr 2018!

 

Heiko Hampl Turnierdirektor und Veranstalter