Yannick Maden: "Ich habe stundenlang gegen die Garagenwand gespielt"

Yannick Maden hat sich die letzten beiden Jahre kontinuierlich bis in die TOP 100 nach oben gespielt und war auch zweimal zu Gast in Koblenz. Wie lief sein Jahr und plant er die dritte Teilnahme in Folge?

 

Yannick, du hast das Achtelfinale bei den diesjährigen Koblenz Open erreicht und gegen den späteren Finalisten Ortega-Olmedo in drei Sätzen verloren. Wie hast du das Turnier in Erinnerung?
Koblenz war wirklich super, gerade das Setup der Halle und die Stimmung vor Ort.  Leider hatte ich vorher starke Schulterschmerzen und konnte noch nicht voll servieren. Eine Woche später wäre für mich noch besser gewesen. Trotzdem hatte ich auch gegen Ortega-Olmedo meine Chancen. Ich mag den Belag in Koblenz, er ist nicht zu langsam, nicht zu schnell.

Du bist ein sehr beständiger Spieler. In den letzten beiden Jahren standst du nie schlechter als 148 und nie besser als 96 in der Weltrangliste. Wie siehst du deine Entwicklung in dieser Zeit?
Vor zwei Jahren fing es an, dass ich häufiger relativ weit kam in den Challenger gerade Mouilleron le Captif und Brest. Vor 5 Jahren hätte ich das kaum für möglich gehalten. Ich habe mich aber gut und stetig entwickelt, doch es darf gerne noch etwas mehr sein. Ab und an kämpfe ich gegen die Frustration an, wenn es nicht so läuft, da muss ich noch besser lernen mit umzugehen. Generell habe ich das Gefühl, aktuell ein besseres Tennis zu spielen als je zuvor. Doch dieses Jahr hatte ich zu viele gesundheitlich Probleme mit einer Handgelenkentzündung und Innenbandanriss im Knie. Das war schade, weil ich da gerade in die Top100 vorgestoßen war.

Woran arbeitest du, damit du dich dauerhaft in den TOP 100 etablieren kannst?
Ich kann noch aggressiver spielen mit einem höherem Grundtempo. Auch der Aufschlag ist noch nicht auf höchstem Level. Ich hatte in letzter Zeit viele gute Matches gegen Spieler aus den Top 60 der Welt. Da bin ich schon konkurrenzfähig, das spüre ich.

Wann hast du eigentlich mit Tennis angefangen und wer hat dich inspiriert?
Meine Eltern haben mich und meinen Bruder in den Verein mitgenommen. Aber auch so habe ich schon Stunden gegen die Garagenwand gespielt und die Nachbarn genervt. Da war ich wohl 4 oder 5 Jahre alt.

Wer war dein erster Trainer?
An den ersten Trainer kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Aber Thomas Fröhner war mein erster Bezirkstrainer und zu ihm habe ich auch heute noch einen guten Kontakt.

Warst du als Junior schon deutsche Spitze?
Eher nicht. Ich habe immer unter den besten 20 meines Jahrgangs gestanden, aber war nicht die Nummer eins der Rangliste. Das war im College übrigens auch so. Die besten 5 waren dort schon ne Spur besser. Gerade so Spieler wie der Slowene Blaz Rola waren deutlich stärker zu diesem Zeitpunkt. Aber ich konnte mein Potential deutlicher heben und die Lücke konnte ich schließen, was mich schon sehr freut.

Wo siehst du dich nach deiner Profikarriere? Ist noch alles offen oder willst du dem Tennis treu bleiben?
Da habe ich mir noch überhaupt keine Gedanken gemacht. Erstmal konzentriere ich mich voll auf Tennis und möchte es auch genießen. Es ist noch viel möglich und wie viel genau, das reizt mich es herauszufinden.

Wenn du einen Wunsch frei gehabt hättest für die eigene Förderung, welcher wäre es gewesen?
Ab 15 Jahren einen Trainer zu haben mit großem Erfahrungsschatz, der einem nahe bringt, dass man nicht so ergebnisorientiert denken darf in diesem Alter. Das hätte mir sehr geholfen. Den Fokus darauf zu legen, ein besserer Spieler zu werden ist viel wichtiger als Deutscher Meister zu sein.

Welche Ziele hast du für 2020?
Ich will natürlich zurück in die TOP 100 kommen und mich dann stabilisieren. Dazu muss ich verletzungsfrei bleiben, was in 2020 hoffentlich der Fall sein wird.

Werden wir dich in Koblenz wiedersehen?
Die Chancen stehen gut. Ich spiele da sehr gerne und es ist eben auch mal schön, nicht weit weg von zu Hause ein Turnier zu haben. Ich schaue mir natürlich noch an, wie ich in das neue Jahr starte. Meldeschluss ist ja erst Ende Januar. Das 250er in Marseille wäre wohl sonst die Alternative. Aktuell müsste ich dort in die Qualifikation.

Denkst du, dass der Termin der Koblenz Open im Februar günstiger für die Spieler liegt?
Auf jeden Fall. Es mag ein paar Sandplatzspezialisten geben, die sich nach Südamerika aufmachen, aber es sollte für die Koblenz Open ein noch stärkeres Feld zusammenkommen als bisher. Wenn ich komme, dann möchte ich auch weiter als in meinem besten Jahr 2018. Da hat es zum Viertelfinale gereicht.