10 Koblenzer in den TOP 100

Marco Checchinato schaffte im Herrentennis die wohl größte sportliche Überraschung in 2018
Marco Checchinato schaffte im Herrentennis die wohl größte sportliche Überraschung in 2018

Zweimal haben die Koblenz Open bisher ihre Pforten geöffnet. Zeit um mal zu schauen, was die bisherigen Teilnehmer danach geleistet haben. Aktuell stehen folgende 10 Teilnehmer in den TOP 100.
Marco Checchinato (ATP 20), Filip Krajinovic (ATP 34), Marius Copil (ATP 60), Maximilian Marterer (ATP 67), Hubert Hurkacz (79), Ilya Ivashka (ATP 90), Laslo Djere (ATP 92), Ernests Gulbis (ATP 96), Guido Andreozzi (ATP 97) und Cedric Marcel-Stebe (PR ATP 95), der noch ein protected Ranking hat.
Herausragend war sicher der Halbfinaleinzug von Checcinato bei den diesjährigen French Open als er Pablo Carreno-Busta, David Goffin und Novak Djokovic besiegte bevor ihn Dominic Thiem bezwingen konnte. Filip Krajinovic spielte sich in 2017 sensationell in das Finale des großen Hallenturniers in Paris-Bercy mit Siegen über John Isner und Sam Querrey. Er musste zunächst übrigens in die Qualifikation. Marius Copil schaffte sein Karriere Highlight gerade erst vor einer Woche mit dem Finaleinzug beim 500er von Basel, als er Roger Federer mit 6:7 und 4:6 unterlag.
Koblenz ist also ein guter Boden für aufstrebende Young Guns oder arrivierte Profis, bei denen der Knoten sich etwas später öffnet.
Wer wird dieses Jahr in Koblenz den Grundstein für einen raketenhaften Aufstieg legen?
Wir wissen es nicht und genau das finden wir so spannend. Turnierdirektor Heiko Hampl sagt: "Als ich letztes Jahr Ilya Ivashka spielen sah, dachte ich sofort, das wird einer, der sich hochspielt. Bis dato hatte ich seinen Namen allerdings noch nicht gehört. Das fasziniert mich am meisten an den Challengern. Es kommt einer um die Ecke, den man noch nie gesehen hat und man spürt, der ist on fire. Ich bin jetzt schon wieder ganz heiß auf den nächsten no name, der uns alle überraschen wird."

 

Video: Der Trailer zu den Koblenz Open 2019

Mats Moraing: "Meinen Onkel und Vater überhole ich noch"

Mats Moraing gewann sein erstes Challenger in Koblenz. Ein absoluter Sympathieträger ist der "Lange" aus Mülheim an der Ruhr.
Mats Moraing gewann sein erstes Challenger in Koblenz. Ein absoluter Sympathieträger ist der "Lange" aus Mülheim an der Ruhr.

Mats, Du hast dein erstes Challenger in Koblenz gewonnen. Wie sind deine Erinnerungen an das Turnier?
Natürlich nur Gute, denn es war mein größter Erfolg der Kariere. Es waren sehr viele Zuschauer, die eine außergewöhnliche Stimmung verbreitet haben. Vor heimischen Publik zu gewinnen ist etwas Besonderes.

 

Du kamst als letzte Spieler mit einer WC in das Hauptfeld nach einem Turnier in Thailand. In 2019 wirst du die Qualifikation zu den Australian Open spielen. Falls du dich nicht qualifizierst, würdest du uns wieder beehren?
Dann würde ich die Mission Titelverteidigung natürlich in Angriff nehmen.

Du hats dein Ranking das ganze Jahr sehr stabil um die 150 gehalten. Ist es eher eine Stabilisierung deiner Leistung für dich oder Stillstand?
Es ist die bisher beste Saison meiner Karriere. Und trotzdem geht es nicht immer nur bergauf. Ich habe zu Beginn der Saison sehr viele Punkte geholt und musste mich dann erstmal akklimatisieren. Auf diesem Level spiele ich ja noch nicht so lange. Ich greife jetzt bei den letzten Turnieres des Jahres nochmal voll an.

Worin siehst du dein größtes Entwicklungspotential, woran arbeitest du im täglichen Training?
Das Wichtigste ist für mich die mentale Seite. Tennis spielen können alle um einen herum. Aber wer kontinuierlich in den TOP 100 steht, spielt vor allem konstanter als seine Konkurrenten und das hängt eben letztlich mit der mentalen Seite des Spiels zusammen.

Du bist auch einer dieser Quereinsteiger, die ohne besonders große Förderung seitens der Verbände in die TOP 200 der Welt vorgestoßen sind, wie zum Beispiel auch ein Yannick Hanfmann oder ein Dominik Koepfer. Wie schafft man das? Ist das nur in einer Art Familienunternehmen möglich? Dein Onkel Peter ist ja bekanntlich dein Trainer.
Ein Weg über das College wäre auch möglich gewesen. Aber mein Vater und Onkel sind zum Glück Trainer und das ist natürlich eine große finanzielle Erleichterung.

Dein Vater Heiner (ATP 135) und dein Onkel Peter (ATP 142) standen noch einige wenige Plätze höher als du in der Weltrangliste (Mats Highscore bisher 148). Das muss doch Antrieb genug sein, sich zu verbessern. Wann knackst du ihre Rankings?
So früh wie möglich! Das ist schon witzig, dass unsere Highscores nur so wenige Plätze auseinander liegen. Ich arbeite daran, sie zu überholen und die Lücke größer werden zu lassen.

Welche Turniere spielst du noch in 2018?
Ortisei, Stockholm, Brest, Eckental und Mouilleron le Captif. Zunächst mal muss ich aber gesund werden. Mich hat die Erkältung noch im Griff.

Mit wem außer Oscar Otte (Man sieht euch andauernd zusammen) hängst du gerne rum auf der Tour?
Vornehmlich mit den Deutschen Spielern. Aber ich komme generell mit allen ganz gut klar

Welche Schlagzeile würdest du gerne nach 2019 lesen?
Dass ich eine noch erfolgreichere Saison gespielt habe und in die TOP 100 eingezogen bin.

 

Heiko Hampl: "Mit Platz drei geben wir uns noch nicht zufrieden"

Heiko, in vier Monaten kommt es zur dritten Auflage der Koblenz Open. Wirf  doch zunächst mal einen Blick zurück!
Unglaublich, dass es schon wieder 8 Monate her ist, aber die Bilder habe ich noch klar vor Augen und es sind wunderschöne Bilder. Der Dienstag als Benny Hassan und Jan Choinski ihre Matches gegen Ernests Gulbis und Tommy Robredo gewannen, war außergewöhnlich stimmungsvoll. 2000 Zuschauer an einem Tag der ersten Runde begrüßen zu dürfen, ist nicht selbstverständlich. Das war nicht zuletzt auch das Ergebnis des Vereinstages mit dem Tennisverband Rheinland, der natürlich nach diesem Erfolg eine Neuauflage erfahren wird. Generell gilt es die Beziehung zu den Vereinen zu stärken, das wird sich für beide Seiten rechnen.

Warst du denn insgesamt mit den Zuschauerzahlen zufrieden?
Auf jeden Fall! 10.900 Tennisfans haben die Koblenz Open gesehen. Das ist eine tolle Zahl und macht uns weltweit zum drittmeist besuchten Challenger der 43.000 er Kategorie. Mit Platz drei geben wir uns aber nicht zufrieden.

Siehst du noch Potential das zu steigern und wie soll es funktionieren?
Wir werden noch weitere Kooperationen eingehen, mehr Reichweite und eine höhere Frequenz in die Werbung bringen. Wir haben zwei local heroes mit Benny und Jan. Das ist eine sehr gute Voraussetzung. Und wir haben das großartigste Publikum, das man sich wünschen kann.
Es macht Sinn mehr und mehr sogenannte side-events, also Nebenveranstaltungen zu kreieren. Das hat dieses Jahr mit dem Symposium „Tennis als Ganzjahressport“ in Zusammenarbeit mit dem Tennisverband Rheinland-Pfalz wunderbar geklappt. Solche Bausteine müssen wir noch mehr entwickeln und an das Turnier andocken. Der Termin zu Beginn eines Jahres ist ein echtes Plus und aus diesem Vorteil müssen wir noch weiteren Nutzen ziehen.

Gibt es schon ein Event, das neu hinzukommt in 2019?
Ja. Wir werden am Sonntag, dem 13. Januar, einen großen Familientag mit der Rhein Zeitung veranstalten. Alle Challenger gehen in 2019 von Montag bis Sonntag, so dass wir diesen Tag dazu nutzen werden, die Besucher mit den Spielern in Verbindung zu bringen. Das werden Autogrammstunden sein, Foto-Box Aktionen und natürlich die Möglichkeit mit den Profis zu spielen.
Wir werden einen kleinen Eintritt nehmen, der komplett einem guten Zweck zugeführt wird. Die ersten beiden Jahre hatten wir einfach keinen freien Tag, um etwas für die Tennisspieler der Region zu machen. Der freigewordene Sonntag ist wie für einen Familientag gemacht. Da können wir endlich auch mal die Musik voll aufdrehen…

Werden denn Jan Choinski und Benjamin Hassan in der Lage sein, weiter zu kommen als dieses Jahr als sie eine Runde gewinnen konnten?
Auf jeden Fall bringen beide das Zeug dazu mit. Sie haben ja kürzlich ein Future Finale in Trier gegeneinander gespielt, das Jan in drei Sätzen gewonnen hat. Das war über weite Strecken ein hochklassiges Match von beiden. Jan ist sicher etwas weiter, wenn es darum geht sich zu fokussieren. Er spielt sehr konstant, sicher und ist sehr athletisch. Benny hat sich gut entwickelt. Er kommt jetzt aber in die Phase, in der er gewisse Dinge abstellen muss und sich lieb gewonnene Gewohnheiten ändern sollten, wenn er das maximale aus sich rausholen möchte. Da bin ich gespannt, ob er den Weg wirklich gehen will. Bis zur Position 400 konnte er viel auf spielerischem Wege lösen, jetzt geht es darum die richtige Einstellung zum Sport zu finden. Tennisprofi sein heißt letztlich viele Entbehrungen auf sich zu nehmen und keine Ausreden zuzulassen. Da ist nicht jeder für gemacht.

Erste Programmpunkte stehen fest

Benny Hassan ist bei dem Pre-Opening Event natürlich dabei!
Benny Hassan ist bei dem Pre-Opening Event natürlich dabei!

Die Koblenz Open starten nächstes Jahr noch vor dem eigentlichen Turnierbeginn mit einem Event für die ganze Familie. Am Sonntag, dem 13. Januar, ab 14 Uhr habt ihr die Gelegenheit mit Spielern des Turniers Bälle zu schlagen beim großen Familien Tag der Rhein Zeitung. Außerdem könnt Ihr an Probetrainingseinheiten von Tennisschul-Partnern teilnehmen. Näheres dazu folgt in Kürze.
Die ATP hat weitreichende Änderungen beschlossen und so werden alle Challenger von 2019 an von Montag bis Sonntag ausgetragen. Es gibt nur noch eine 4er Qualifikation und ein 48er Hauptfeld, das auf Wunsch des Veranstalters auf 56 erhöht werden kann. Wir werden also eines der ersten Turniere sein, die unter dem neuen Modus ausgetragen werden. Ziel der ATP war es keine überlappenden Turniere mehr zu haben, da zu oft Spiele am Ende einer Woche gerade im Doppel nicht immer seriös abliefen, wenn zum Beispiel ein Spieler zum Sign-In der Einzel Qualifikation eines anderen Turnieres fahren wollte.
Die ITF Future dürfen ab 2020 keine Weltranglistenpunkte mehr vergeben und schon in 2019 fallen bei den 15.000ern die Punkte komplett weg. Das wertet unser Turnier natürlich deutlich auf.